Das optische Prinzip

Die Lichtstrahlen gehen vom Motivpunkt geradlinig und wellenförmig diffus in alle Richtungen aus. Das Loch bewirkt eine Auswahl aus diesen Lichtstrahlen. Es geht rein theoretisch nur ein Lichtstrahl durch dieses Loch und erzeugt auf einer Wand, einem Schirm oder einer lichtempfindlichen Schicht einen Bildpunkt. Das Bild, daß sich aus verschiedenen Bildpunkten zusammensetzt ist kopfstehend und seitenverkehrt.

   
   
Skizze von Prof. Erhard Göttlicher
   

Das Bild

Gegenüber der modernen Fotografie besitzt das Bild einer Camera Obscura von vorn bis hinten eine weiche Schärfe, das Motiv kann also, im Gegensatz zu der Fotografie mit Linsen, nicht scharf gestellt werden. Es sind sehr stark weitwinkelige Fotos möglich, da der theoretische Bildwinkel 180° Grad beträgt. Die Aufnahmen werden gleich im Orginalformat belichtet, so daß später keine Vergrößerungen entstehen, die eine weiteren Verlust an Bildschärfe bedeuten.

   

Die Geschichte

Der Zeitpunkt der Entdeckung des Prinzipes der Camera Obscura ist umstritten, er lag aber weit vor Christi Geburt. Das Prinzip war bereits Aristoteles (384-322 v. Chr.) bekannt und wurde ab dem 16. Jahrhundert von Malern und Wissenschaftlern zur Erstellung von naturgetreuen Zeichnungen bis zu Erfindung des photochemischen Prozesses 1827 genutzt. Mit der Camera Obscura werden auch Auftragsarbeiten, wie Architekturaufnahmen, ausgeführt.